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Between helping hands and holding hands

Autorenbild: Kerstin Friedl
Kerstin Friedl
22. Sept.
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Sept.

Über Helfen, Perfektionismus und die Kunst loszulassen – die Jungfrau-Fische-Achse


Eine Freundin ruft dich an. Sie erzählt dir von einer beruflich herausfordernden Woche und dem lodernden Streit mit ihrem Mann. Und noch während sie spricht, läuft in dir schon der Auto-Pilot leise im Hintergrund: Hast du schon mit ihm geredet? Vielleicht solltest du … Weißt du, was mir mal geholfen hat …? Du meinst es gut. Du willst helfen, und du willst natürlich, dass es ihr besser geht.


Und nun sitzt du da, mit all den guten Ratschlägen im Hals und merkst: Sie hat dich um keinen davon gebeten. Sie wollte einfach erzählen. Gehört werden. Spüren, dass jemand bei ihr bleibt, auch wenn sich gerade nichts lösen lässt, einfach nur da sein und den Raum für sie offen halten.


In diesem Blog-Artikel gehen wir der Frage nach, was es heißt, für einen Menschen da zu sein und wie unterschiedlich das aussehen kann. Helfen ist dabei nur eines von vielen Gesichtern der Jungfrau-Fische-Achse – ich hab es bewusst herausgegriffen, weil es uns fast täglich begegnet UND weil es vielen Frauen vertraut ist. Das Kümmern, das Auffangen, das Für-andere-Da-Sein... Care-Arbeit leisten (wie es heutzutage genannt wird) zieht sich manchmal durch den ganzen Tag, beruflich wie auch privat.


Was ist die Jungfrau-Fische-Achse?

Schauen wir noch einmal auf den Moment mit der Freundin am Telefon zurück. Da treffen zwei verschiedene Möglichkeiten aufeinander für jemanden da zu sein. Was ist besser?


Die eine hilft durch Tun. Sie packt an, ordnet, findet die Lösung, macht sich nützlich. Sie sieht, was fehlt und füllt die Lücke. Das ist die Handschrift der Jungfrau: gründlich, verlässlich, konkret, bodenständig. Wenn etwas kaputt ist, findet sie Lösungen.


Die andere hilft durch Dasein. Sie hält. Sie hört zu, fühlt mit, bleibt einfach da, auch wenn es nichts zu richten gibt. Das ist die Handschrift der Fische: weich, offen, verbunden, fließend. Ihre Gegenwart allein ist schon ein Geschenk.


Zeichen Jungfrau und Fische verschmelzen im Horoskop zu einer Achse
Bild KI generiert: Jungfrau und Fische verschmelzen

Im Horoskop stehen sich diese beiden Zeichen gegenüber: Jungfrau und Fische bilden eine Linie und beide haben einen sozialen Themen-Kern. Diese Qualitäten trägt jeder Mensch in sich, nur unterschiedlich betont und über unterschiedliche Lebensbereiche greifend.


Jungfrau/Fische-Qualitäten zeigen sich aber längst nicht nur im Helfen. Sie verbinden Struktur und Hingabe, Kontrolle und Vertrauen, den Verstand, der ordnet und unterscheidet und das Gefühl, das mitschwingt und sich einlässt. Auf der einen Seite das Konkrete, der Alltag, der Körper; auf der anderen das Weite, der Traum, die Seele, das Feinstoffliche. Helfen durch Tun und durch Dasein ist nur ein besonders alltägliches Beispiel dafür.


Und zwischen den beiden Enden liegt eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten, diese Qualität zu leben – kraftvolle und herausfordernde. Wo du dich wiederfindest, hat damit zu tun, welche Erfahrungen du bisher damit gemacht hast. Mal sind wir näher an der einen, mal näher an der anderen Seite, je nach Tag, nach Situation, nach Lebensphase. Zwei Menschen mit derselben Betonung im Horoskop leben sie oft ganz verschieden – jeder an dem Punkt, an dem er gerade steht.


Perfektionismus und Selbstverlust: die zwei Schatten

So weit klingt das schön. Doch jeder Pol hat eine Schattenseite. Diese Schatten sind die äußeren Enden der Bandbreite. Den Sog in die eine oder andere Richtung aber kennt fast jeder.


Die Jungfrau findet sich im Perfektionismus wieder. Derselbe Reflex, der nach außen hilfsbereit ist, richtet sich nach innen gegen dich selbst: nie gut genug, immer noch ein Detail, immer noch eine Optimierung. Du reibst dich an deinem eigenen Anspruch auf. Vielleicht kennst du das – du kümmerst dich um alle und kommst selbst zuletzt. Aus „ich möchte das richtig machen" wird „ich bin erst gut genug, wenn es perfekt ist".


Die Fische geraten ins Sich-verlieren. Du fühlst alles mit, sagst zu allem ja, schwimmst mit und irgendwann verschwimmt die Grenze, wo du aufhörst und der andere anfängt. Keine Kanten, keine Richtung und fast gehst du mit unter. Vielleicht kennst du auch das: Du sagst deine eigenen Pläne ab, weil eine Freundin dich braucht und am Sonntagabend merkst du, dass du die ganze Woche für alle da warst – nur für dich nicht.


Beide Schatten entstehen, wenn eine Seite überhand nimmt. Zu viel Tun lässt uns verhärten und ausbrennen, zu viel Dasein den Boden unter den Füßen verlieren. Es geht also um den Ausgleich und darum, beide Qualitäten in sich wahrzunehmen und auch die Schattenseiten annehmen zu können.


Mondknoten und Finsternisse

Astrologie denkt in Zyklen, so wie wir sie ganz deutlich in der Natur sehen können. Auch die Gestirne am Himmel bewegen sich in geordneten Rhythmen und einer davon hat die Jungfrau-Fische-Achse in den letzten eineinhalb Jahren begleitet und damit dieses Thema mitgebracht.


Von Januar 2025 bis August 2026 wanderten die Mondknoten durch die Jungfrau-Fische-Achse. Vereinfacht gesagt zeigen diese beiden Punkte, wo etwas Vertrautes losgelassen werden darf und wohin zu wachsen sich lohnt. Die Einladung in dieser Zeit lag bei den Fischen: dem Vertrauen und dem einfachen Dasein mehr Raum geben und den Kontrollreflex der Jungfrau ein Stück lockern.


Vielleicht hast du in dieser Zeit gemerkt, dass es dir schwer fiel, einfach mal nichts zu tun. Oder umgekehrt, wie sehr du dich nach Halt und Struktur gesehnt hast. Beides gehört dazu.

Wachstum heißt Integration. Beide Anteile dürfen bewusst werden, mit ihren hellen Seiten und mit ihren Schatten. Nur was wir bei uns bemerken, können wir auch aufnehmen, in unser Fühlen, in unseren Körper, in unseren Alltag. Treffen die Mondknoten mit Neu- oder Vollmond zusammen, findet eine Finsternis statt, die das Thema nochmal ordentlich energetisch aufwirbelt (je nachdem in welchem Lebensbereich, diese Themen bei dir anklopfen).


Die Mondknoten in der Nähe von Voll- oder Neumonden, Sonnen- und Mondfinsternis
Bild KI generiert. Mond- und Sonnenfinsternis

Ende August hat die eineinhalbjährige Reise der Mondknoten mit einer Mondfinsternis in den Fischen geendet. Zyklen wie diese zu kennen, kann dich dabei unterstützen in deinen eigenen Rhythmus einzutauchen, dir selbst mit etwas mehr Verständnis zu begegnen und ein Stück gelassener mit dem mitzuschwingen, was gerade dran ist.



Und du?

Bist du die, die schon die Antwort formuliert, während der andere noch redet? Die eine Lösung parat hat, bevor die Frage fertig ist? Dann lebst du die Jungfrau stark und dein Wachstum liegt darin, die Hände auch mal in den Schoß zu legen und einfach zuzuhören.


Oder bist du die, die sich in den Gefühlen der anderen verliert, die schwer nein sagt, die am Ende voller Tage ganz leer ist? Dann lebt bei dir die Fische-Seite stark und dein Wachstum liegt darin, wieder Kanten zu spüren, Grenzen zu setzen, dich selbst im Blick zu behalten.


Und vielleicht erkennst du dich in beidem ein Stück wieder. Das ist absolut normal. Du bewegst dich auf dieser Linie und bist an keinem Punkt festgenagelt. Wo du gerade überlehnst, zeigt dir nur, welcher Schatten als Erstes gesehen werden möchte. Von dort aus kannst du beide Seiten zusammenführen.


Astrologie als lebendiger Spiegel

Zurück zur Freundin am Telefon. Manchmal ist die größte Hilfe, einfach da zu sein. Für einen Menschen mit "Helping Hands" ist das oft wirklich schwer. Und manchmal braucht es auch genau das Gegenteil: praktische Hilfe, Hände, die anpacken.


Du darfst in den Spiegel schauen deine Anteile erspüren – die fleißige Jungfrau, die weiche Fische-Seite und all das andere, was in dir wohnt. Beide Seiten dürfen da sein. Du kannst sie dir bewusst machen und dann mit ihnen arbeiten: sie nach und nach zusammenführen, sodass jede Seite ihren Platz bekommt. Beide Anteile sehen, ihre Schatten mitnehmen, ihnen Stück für Stück Raum schaffen, mehr im Einklang mit dir sein und deinen eigenen Rhythmus verstehen und leben.


Bei mir läuft diese Achse über den Aszendenten. Die Finsternisse der letzten eineinhalb Jahre haben deshalb einiges in meinem Leben hochgespült – gerade weil dieser Bereich so zentral ist. Der Aszendent ist die Tür, durch die du der Welt begegnest, das Allererste, noch bevor du ein Wort gesagt hast. Meine öffnet sich mit dem Gedanken, etwas tun zu wollen oder ich sehe, was fehlt und was es zu tun gäbe.

Genau gegenüber, an meinem Deszendenten, steht das Zeichen Fische. Und das ist meine Einladung: mich fallen zu lassen, mich halten zu lassen, Hilfe anzunehmen, statt immer die zu sein, die hält. Noch fällt es mir schwer, die Gedanken ans Tun ruhen zu lassen und mich mit Vertrauen hinzugeben. Aber wenn ich mich wenigstens dabei ertappe, ist schon etwas gewonnen. Es gibt halt immer etwas zu tun, oder ;-)?


Bei dir liegt diese Achse wahrscheinlich woanders. Vielleicht nicht am Aszendenten wie bei mir, sondern mitten in deiner Arbeit, in deiner Familie oder in dem, was du ganz für dich tust. Genau das macht aus einem großen, jahrelangen Thema deine ganz persönliche Geschichte – den Lebensbereich, an dem deine Entwicklung gerade geschieht.


Erst 2034 werden die Mondknoten wieder auf dieser Achse stehen. Wenn du möchtest, schauen wir aber schon jetzt nach, über welchen Lebensbereich deine Knotenlinie verläuft: Melde dich mit deinen Geburtsdaten bei mir, dann lasse ich dir dein Geburtshoroskop per E-Mail als PDF zukommen – sauber und professionell berechnet.







Alles Liebe für dich,

Kerstin


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